Gemälde an der Nordwand:

[1
] hl. Nepomuk (West), --- , [2] hl. Leopold III. (Ost).


Gemälde an der Südwand:
[3] hl. Familie (Ost), [4] hl. Karl Borromäus & hl. Rochus (Mitte), [5] hl. Benedikt (West), [6] hl. Nikolaus (Empore).


Rekonstruktionsversuch des ursprünglichen Seitenaltares der Nordwand, vor dessen Abtragung und der Errichtung des großrn Abendmal-Altares

 

Gemälde an der Nordwand:
[6] hl. Nikolaus (West), {3] hl. Familie (Mitte), [2] hl. Leopold III. (Ost).



Gemälde an der Südwand:
[1] hl. Nepomuk (Ost), [4] hl. Karl Borromäus & hl. Rochus (Mitte), [5] hl. Benedikt (West).  

Die großen Gemälde der Minoritenkirche

Die seitlichen Wände der Minoritenkirche sind mit sechs großformatigen Ölbildern geschmückt, die im Zuge der Renovierung durch Architekt Hetzendorf von Hohenberg 1784-1786 (Artikel) hier angebracht wurden und ursprünglich nicht Teil des Kircheninventars waren. Die sechs Ölbilder laufen ebenso wie das Hochaltargemälde (Artikel) rundbogig zu und so wie dieses sind auch alle von ihnen in einen gotisierenden spitzbogigen Rahmen eingepasst. Mit derselben Rahmung sind auch die Fenster der Kurtinenwände (Bild) links und rechts vom Hochaltar (Artikel) gestaltet, was zur Einheitlichkeit der Kirche beiträgt.

-       Vier der sechs großen Ölbilder stammen von der ehemaligen Schwarzspanier-Kirche (Bild) (Benediktiner von Montserrat) in der Garnisongasse, von wo auch die vier weißen Statuen (Artikel) vor den Kurtinenwänden stammen. Zwei davon schmücken die Nordwand:
links (1) „die Glorie des hl. Johannes Nepomuk“ von Bartolomeo Altomonte (1702-1779) und
rechts (2) „die Gründung des Stifts Klosterneuburg durch den hl. Leopold III.“ von Martino Altomonte (1657-1745).
Die zwei anderen schmücken die Südwand:
über der Empore angebracht (6) „das Wunder des hl. Nikolaus“ von Daniel Gran (1694-1757) und
(5) „die Aufnahme von Placidus und Maurus durch den hl. Benedikt in den Orden“ ebenfalls von Gran.

-       Ein weiteres Gemälde, (4) „das Drama der Pest und die Anrufung der Heiligen Karl Borromäus und Rochus“ von Johann Steiner (1725-1792) wurde 1786 speziell für die Kongregation gemalt und ist daher ein Auftragswerk. Es befindet sich in der Mitte der Südwand und dient als Altarbild für den darunter befindlichen Altar (Artikel), der somit den beiden Heiligen Karl Borromäus und Rochus gewidmet ist. Seit der Anbringung der Statue der Gottesmutter (Bild) über dem Tabernakel ist er zusätzlich auch der Immaculata geweiht.

-       Das sechste und letzte Ölgemälde, (3) „die Heilige Familie“ von Johann Hautzinger (1728-1786) stammt aus dem Depot der Hofgalerie und war ein kaiserliches Geschenk an die Italienische Kongregation. Laut den Quellen im Archiv der Kongregation befand sich dieses Bild ursprünglich anstelle des Abendmahl-Altares (Artikel). Es überragte den ursprünglich dort befindlichen nördlichen Seitenaltar, der dem Seitenaltar der Südwand ähnelte, und war der Heiligen Familie gewidmet.


Heutige Anordnung
der Gemälde der Minoritenkirche
 
 
Ursprüngliche Anordnung
der Gemälde der Minoritenkirche

 

Die ursprüngliche Anordnung der Gemälde

In der ursprünglichen Anordnung der Bilder in der Konzeption von 1786 befanden sich jeweils drei Gemälde auf der Nordwand und drei Gemälde auf der Südwand der Kirche, wobei jeweils das mittlere der drei Gemälde eine marmoriert gefasste Rahmung besaß um es optisch zu betonen, da es als Altarbild für einen der beiden Seitenaltäre der Kirche diente. Eine historische Ansichtzeichnung (Bild) gibt einen Eindruck davon.

Im Zuge des Einbaus des großen Abendmahl-Altares 1845-1847 (Artikel), wurde der ursprüngliche Seitenaltar der Nordwand (Rekonstruktionsversuch) entfernt, im Zuge dieser Intervention wurde auch die ursprüngliche Anordnung und Reihenfolge der einzelnen Gemälde tlw. verändert. Von den beiden ursprünglichen Seitenaltären ist nur der südliche erhalten geblieben, der gleichzeitig auch seine ursprüngliche Widmung behielt (Artikel). In der Sakristei befinden sich weiße Putti (Bild), vielleicht schmückten sie, in Analogie zu den schwarzen Putti (Bild) des südlichen Seitenaltares, die Flanken des ursprünglichen Seitenaltares der Nordwand.