![]() „Die Heilige Familie“, gemalt von Johann Hautzinger (1728-1786) |
Die Heilige Familie Das Gemälde stellt die Heilige Familie (Detail)
inmitten eines Wäldchens dar. Von oben schweben drei Putti
herab, die geflochtene Kränze mit weißen Lilien in Händen
halten. Im Zentrum steht Jesus als Knabe. Mit überkreuzten Armen
und ernstem, traurig anmutenden Blick sieht er zu seiner Mutter empor.
Ernst, doch auch milde blickt die Gottesmutter Maria zu ihrem
Sohn und weist dabei mit ihrer rechten Hand den Weg. Auf der anderen
Seite steht der Ziehvater Josef er hält seinen Gehstock an der
Schulter angelehnt und hört interessiert den Worten Marias zu.
Die Szene kann
sich auf die Rückkehr der Heiligen Familie aus dem Exil in Ägypten nach
dem Tod des Tyrannen Herodes d. Große beziehen oder auf die Heimreise
nach der Wiederauffindung Jesu im Tempel, die im Lukasevangelium
(2,41ff.) beschrieben wird: Der zwölfjährige Jesus war mit Maria
und Josef zum Paschafest von Nazareth nach Jerusalem gepilgert und –
nachdem sich diese mit ihrer Pilgergruppe wieder auf den Heimweg gemacht
hatten – im Tempel verblieben. Erst nach einer Tagesreise entdeckten
sie, daß Jesus sich nicht der Pilgergruppe angeschlossen hatte und
begannen ihn zu suchen. Nach drei Tagen fanden sie ihn schließlich im
Tempel, wo er mitten der Schriftgelehrten saß, ihnen zuhörte, Fragen
stellte, Antworten gab und alle mit seinem Verständnis in Erstaunen
versetzte. Auf die Frage seiner Mutter „Kind, wie konntest du uns das
antun? Dein Vater und ich haben dich voll Angst gesucht!“ antwortete
Jesus: „Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in
dem sein muss, was meinem Vater gehört?“ Das von Johann Hautzinger, einem Schüler
Paul Trogers, geschaffene Gemälde stammt aus dem Depot der Hofgalerie
und ist ein Geschenk Kaiser Josef II. an die Italienische
Kongregation.
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