Die vier Statuen vor den Kurtinenwänden der Minoritenkirche:
Stephan v. Ungarn / Johannes d. Täufer
Johannes d. Evangelist / Leopold VI.


Die vier Chor-Statuen

Vor den Kurtinenwänden an beiden Seiten des Hochaltares wurden in der Zeit der Umbauten durch Architekt Hetzendorf von Hohenberg 1784-1786 (Artikel) , vier Statuen aufgestellt, je zwei anf beiden Seiten. Sie wurden von Kaiser Joseph II. der italienischen Kongregation geschenkt und befanden sich ursprünglich in der 1783 vom Kaiser übernommenen Schwarzspanier-Kirche in der Garnisongasse, wo sie dortige Altäre schmückten. Die Seitenaltäre der Wiener Peterskirche zum Beispiel geben einen Eindruck, wie die weißen Statuen der Minoritenkirche in ihrem ursprünglichen Kontext gewirkt haben könnten.
Die ehemalige Schwarzspanierkirche ist benannt nach den aus Spanien stammenden, einen schwarzen Habit tragenden, Benediktinern von Montserrat, die dort ab 1639 wirkten und deren Orden schließlich vom Kaiser im Zuge seiner restriktiven Religionspolitik aufgelöst worden war
– so wie übrigens auch jener der Weißspanier (Trinitarier), der ursprüngliche Eigentümer der Kirche der Alser Straße, die heute Eigentum des Minoritenordens ist.


Aufstellung der vier Statuen
in der Minoritenkirche

Fassade der heute nicht mehr existierenden Schwarzspanierkirche

Links des Hochaltares befinden sich von links nach rechts:
Der hl. König Stephan von Ungarn (1) und der hl. Johannes der Täufer (2); die beiden Statuen flankieren somit den Eingang zur Antoniuskapelle (Artikel). Die Statue des Königs Stephan wird bis heute von den in Wien ansässigen Ungarn verehrt, deren Botschaft sich in der unmittelbaren Nähe der Minoritenkirche in der Bankgasse befindet. Die Figur ist an der Ungarischen Stephanskrone und dem apostolischen Kreuz an ihrem Mantel erkennbar. Der Täufer hingegen ist am Lamm zu seinen Füßen, der Taufschale in der rechten Hand, dem Kreuzstab und dem entblößten Oberkörper erkennbar.
Gleich bei der Statue des Täufers befindet sich das Taufbecken der Minoritenkirche (Bild).

Rechts des Hochaltares befinden sich von links nach rechts:
Der hl. Evangelist Johannes (3) erkennbar am Evangelien-Buch und seinem Symbol, dem Adler, und - wie vermutet wird - Herzog Leopold VI. (4) „der Glorreiche“, Herzog von Österreich und der Steiermark, der 1224 den Minoritenorden nach Österreich berief und damit auch die 800-jährige Geschichte des Wiener Minoritenklosters begründete, die 2024 in der Minoritenkirche durch eine Festwoche (Bericht) gewürdigt worden ist.