„Die Glorie des hl. Johannes Nepomuk“,
gemalt  von Bartolomeo Altomonte (1702-1779).
Die fünf Sterne um das Haupt des Heiligen stehen auch für die fünf Buchstaben des latenischen Verbs „tacui“ (ich schwieg)



Die Glorie des hl. Johannes Nepomuk

Der hl. Johannes Nepomuk (1350-1393), der mit Nachnamen Welflin hieß und aus der westböhmischen Stadt Pomuk stammte, empfing 1380, in der Zeit des Großen Abendländischen Schisma (1378-1417) in dem bis zu drei Päpste um die rechtmäßige Inhabe des Stuhls Petri stritten, die Priesterweihe. Damals stand der Böhmische und deutsche König Wenzel IV. (1361-1419) v. Luxemburg in Konflikt mit dem Erzbischof von Prag um weltliche und geistliche Befugnisse. In diesen Streit wurde auch Johannes Nepomuk ge­zogen und zahlte schließlich für seine Treue zur Kirche und zum Beichtgeheimnis mit dem Leben: der Überlieferung nach ließ König Wenzel – als Johannes sich trotz Folter weigerte preiszugeben, was die vom König der Untreue verdächtigte Gattin Kö­nigin Sophie während des Beichtgesprächs gestanden hatte – ihn von der Karlsbrücke in Prag in die Moldau werfen, wo er ertrank. In Folge erschienen fünf Leuchtzeichen über dem Leichnam, die seine Unschuld bezeugten. Daher schmücken traditionell Fünf Sterne das Haupt des Heiligen, der in seiner Funk­tion als Nothelfer gegen Wasser- und Reisegefahren häufig als Statue bei Brücken zu sehen ist.


Detail: hl. Johannes Nepomuk auf der Wolke

Detail: Gläubige bitten den hl. Johannes Nepomuk um Hilfe

Der 1729 von Papst Benedikt XIII. heiliggesprochene (sein Gedenktag ist der 16. Mai) und 1732 vom Jesuitenorden zum zweiten Ordenspatron erkorene hl. Johannes Nepomuk ist im Gemälde auf einer Wolke bei seiner Aufnahme in den Himmel dargestellt. Engel und Putti begleiten ihn, tragen das Rituale Romanum (das Büchlein mit den Gebeten für die Spendung der Sakramente) und sein Beicht-Kreuz sowie den Lorbeerkranz der Märtyrer.
Im Vordergrund flehen Bedürftige – Pilger, Mütter mit Kindern, Kranke, Alte, Reisende in Not – den Heiligen um Schutz an, während rechts unten ein mörderischer Dieb mit Dolch und schlangenumwundenem Arm flieht. Im Hintergrund ist die Prager Karlsbrücke zu sehen, wo Johannes sein Martyrium erlitt.