Seitenalter an der Südwand mit Immakulatastatue und den modernen Gemälden der beiden Heiligen Katharina von Siena und Maximilian Kolbe


Die Heiligen Karl Borromäus und Rochus im Gemälde oberhalb des Seitenaltares


Unterer Bereich des Altargemäldes:
Die leidende Menschheit findet Hilfe und Trost

Der Seitenaltar an der Südwand

Der kleine Seitenaltar an der Südseite der Kirche stammt aus der Zeit der Umbauten der Minoritenkirche durch Architekt Hetzendorf von Hohenberg 1784-1786 (Artikel) und ist seit damals dem hl. Rochus und dem hl. Karl Borromäus gewidmet, die im Gemälde (Artikel) oberhalb des Altares dargestellt sind. Sowohl der hl. Rochus als auch der hl. Karl Borromäus dienen traditionell als Schutzheilige gegen die Pest und andere schwere Krankheiten.

Ursprünglich existierte ein ähnlich gestalteter Seitenaltar an der Nordseite der Kirche, welcher der Heiligen Familie gewidmet war. Im Zuge der Errichtung des „Cenacolo-Altares“ (Artikel) mit dem Mosaik des Letzten Abendmahls Jesu (Artikel) wurde dieser abgerissen.

Der Altar, der tlw. vermutlich aus der ehemaligen Katharinenkapelle (Artikel) stammt, ist lediglich seitlich durch steinerne Chorschranken begrenzt, er erhebt sich über zwei Stufenebenen über den Kirchenboden und besitzt einen kleinen Tabernakel mit zwei kleinen korinthischen Säulen links und rechts der Tabernakeltür und einen halbbogenförmigen Aufsatz über dem Gebälk des Tabernakels. Auf Voluten kauern zwei schwarze Putti, die den Tabernakel flankieren. Der rechte Putto trägt in der Hand einen Palmzweig, der linke einen Lorbeerkranz, beides Attribute der Märtyrer für die diese Auszeichnungen bestimmt sind; entsprechende Empfänger fehlen hier allerdings. Vielleicht gehörten die Putti zum Altar des Märtyrers Julius - wo auch dessen Reliquienschrein (Bild) ausgestellt war - in der ersten Kapelle (Artikel) der Italienischen Kongregation bzw. in der Katharinenkapelle?

Der bogenförmige Aufsatz über dem Tabernakel ist spätestens seit 1963 mit ein er Statue der Immaculata (Bild / Bild) geschmückt, die – wie ein historisches Photo belegt – sich zuvor auf dem Tabernakel des Hochaltars befand. Ab diesem Zeitpunkt erhielt der Seitenaltar seine erweiterte Widmung als Immaculata-Altar. Das Haupt Mariens ist mit einem Kranz aus 12 Sternen geschmückt (vgl. Offb. 12, 1), ihr Fuß zerdrückt den Kopf der Schlange (Satan), die mit ihrem Leib die Weltkugel umwindet und im Griff hat. Der Begriff Immaculata bedeutet, daß Maria von ihrer eigenen Empfängnis an ohne Erbsünde ist. Die zusätzliche Widmung dieses Altares an die Immaculata, knüpft daran an, daß die Italienische Kongregation im Zeitraum 1661-1755 der Immaculata und dem hl. Rochus geweiht war und erst anschließend unter den neuen marianischen Titel Maria Schnee gestellt wurde. Dem hl. Rochus, der neben der Gottesmutter von Anfang an der zweite Patron der Italienischen Kongregation war, war sowohl in der italienischen Kapelle im jesuitischen Professhaus 1635-1774 als auch in der anschließend von der Kongregation verwendeten ehemaligen Katharinenkapelle 1775-1784, ein eigener Seitenaltar  gewidmet. Die Verehrung des hl. Rochus setzte sich somit auch weiterhin in der Minoritenkirche fort.


Immakulata-Statue 
 
Tabernakel des Seitenaltars
 
Schwarze Putti mit Lorbeerkranz und Palmzweig

Konsolen neben dem Seitenaltar, 
für die Kännchen mit Wein und Wasser

Zwei moderne von Mario Bulfon aus Triest geschaffene Gemälde flankieren den historischen Seitenaltar. Sie stellen die hl. Katharina von Siena und den hl. Maximilian Kolbe dar und wurden 1983 hier angebracht. – Katharina von Siena (1347-1380), eine Dominikanerin, setzte sich erfolgreich für die Rückkehr des Papsttums von Avignon nach Rom ein. Gemeinsam mit Franz von Assisi ist sie die Patronin Italiens. Der polnische Priester Maximilian Kolbe (1893-1941), der dem Minoritenorden angehörte, ist bekannt für seine klare Haltung gegen sämtliche Häresien des Modernismus und gegen die totalitären politischen Ideologien des 20. Jh. Zu diesem Zweck gründete er 1917, im Jahr der Erscheinungen von Fatima, die Militia Immaculatae (MI), die bis heute existiert. Er starb als Märtyrer im Konzentrationslager Auschwitz und wurde 1982 heiliggesprochen. Im Jahr 1977 wurde in der Minoritenkirche eine eigene Gebetsgruppe der MI gegründet, worauf die Umbenennung des Sitzungssaales der Italienischen Kongregation oberhalb der Sakristei (heute: „Kolbe-Saal“) zurückgeht.