![]() Kasel mit florealen Applikationen aus dem 17. Jh. Rückenansicht (links) und Vorderansicht (rechts) ![]() Dalmatik des weißen Ornats aus dem 17. Jh. Vorder- und Rückansicht des Paraments sehen identisch aus ![]() Schwarzer Ornat des 18. Jh. für die Feier des Requiem, mit goldenen Bändern und Kartuschen-Dekorationen geschmückt. links: Rückenteil einer Dalmatik / rechts Vorderteil der Kasel ![]() Grünes Ornat aus der Zeit Maria Theresias, links: Kasel / rechts: Dalmatik ![]() Silbergrund aus dem 18. Jh. mit Blumen auf Silbergrund |
Die Paramente der Minoritenkirche
Die neue Sakristei der Minoritenkirche, die im Zuge der Neubauten
unter Präfekt Verdin di Valsilvella am Beginn des 20. Jh. im
neugotischen Stil errichtet worden ist und sich hinter der südlichen
Kurtinenwand befindet, beherbergt in ihren barocken Sakristei-Schränken
zahlreiche historische Ornate der Italienischen Kongregation.
Die ältesten erhaltenen Messgewänder der Italienischen Kongregation gehen z.T. auf das 17. Jh. zurück als die Kongregation noch dem Jesuitenorden unterstellt war und eine Kapelle an der Bognergasse im jesuitischen Professhaus am Platz Am Hof ihr Eigen nannte: Ein weißer Ornat mit kunstvollen Blumenornamenten bestehend aus Kasel (für den Zelebranten), zwei Dalmatiken (für Diakon und Subdiakon) und einem Pluviale (Chormantel für Prozessionen und Andachten) sowie Kelchvelum (Tuch, das den Kelch bedeckt), Bursa (quadratische Tasche für das Kelchtuch), Stolen und Manipel. Dieser Ornat wurde zwischen 19. und 20. Jh. restauriert, wobei die barocken Ornamente auf einen neuen Untergrund aus weißer Seide fixiert wurden.
Aus dem 18. Jh. stammen weitere schöne Ornate, etwa ein
vollständiger schwarzer Ornat mit goldenen Kartuschen, ein
grüner Ornat mit Blumengirlanden und ein besonders schöner und
kostbarer weißer Ornat, der eigenhändig von den Töchtern Maria
Theresias bestickt worden ist und der Italienischen Kongregation zum
Geschenk gemacht wurde. Er besteht aus Kasel, zwei Dalmatiken und
Pluviale.
Aus dem 19. Jh. stammen weitere schöne Ornate sowie auch
Einzelstücke. Bemerkenswert ist, daß viele der Paramente auch als Berührungsreliquien anzusehen sind, da sie zwischen 1808 und 1813 vom Redemptoristen-Pater Clemens Maria Hofbauer (Artikel), dem heutigen Stadtpatron Wiens getragen und berührt worden sind, der in der Minoritenkirche als Kaplan tätig war und 1909 von Papst Pius X. heiliggesprochen worden ist.
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