![]() Ansicht des Metastasio-Denkmals (Historisches Photo: Bild) ![]() |
Das Metastasio-Denkmal
Der Bildhauer Vincenzo Luccardi (1811-1876) schuf 1855 im Auftrag
der Italienischen Kongregation das an der Südwand der Kirche neben der
Sakristei befindliche Denkmal zu Ehren des am Hofe Maria Theresias
(1717-1780) wirkenden Dichters und Librettisten Pietro
Metastasio (1698-1782). Metastasio war, so wie der ebenso berühmte
Komponist Antonio Salieri (1750-1825) Mitglied der Italienischen
Kongregation Maria Schnee. Metastasio war 1782 an der Pest verstorben
und wurde in den Katakomben der Michaelerkirche bestattet, daher handelt
es sich beim Denkmal in der Minoritenkirche nicht um ein Grabmal sondern
um einen Kenotaph. Das Denkmal besteht aus einem Sockel mit der Widmung an Metastasio, einem darüber befindlichen, einem Sarkophag nachempfundenen, Block und einer darüber angebrachten Portrait-Statue des sitzenden Dichters, der inspirationssuchend im Augenblick des Verfassens eines seiner Werke dargestellt ist. Der zentrale Block des Denkmals stellt drei Reliefszenen dar, die wichtige Ereignisse aus Metastasios Leben illustrieren:
Das
Bild links
stellt die Begegnung Metastasios mit Kaiser Karl VI.
(1685-1740) – dem Vater Maria Theresias – im Schloss Laxenburg dar. Karl
VI. lehnt lässig an einem Tisch auf dem Bücher, Schreibzeug und ein
Globus als Zeichen seines wissenschaftlichen Engagements ausgebreitet
sind und reicht dem sich verbeugenden Metastasio die Hand.
Auf der gegenüberliegenden Szene der
rechten Seite sieht man Maria
Theresia (1717-1780) die, begleitet von einer Hofdame, dem sich
leicht verbeugenden Dichter Metastasio ihren Sohn und Thronerben Joseph
II. als Baby vorstellt. Neben der Monarchin ist eine Liege dargestellt
und hinter ihr ein löwenköpfiger Hocker auf dem eine Krone abgelegt
wurde. Das zentrale Bild an der Vorderseite des Denkmals zeigt schließlich den am Sterbebett liegenden Metastasio, wie er von Papst Pius VI. (Regierung: 1775-1799), der in Begleitung der Kardinälen Migazzi und Bathyani, und des Apostolischen Nuntius Garampi erscheint, gesegnet wird, der zu Gesprächen mit Kaiser Joseph II. (1741-1790) nach Wien gekommen war und dabei auch die damalige Kirche der Italienischen Kongregation, die ehemalige Katharinenkapelle, besuchte. Hinter Metastasio sind stehend Antonio Salieri (1750-1825) und Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) zu sehen, letzterer trocknet sich eine Träne ab. Zu Boden bei Metastasio kniet eine weitere Größe der klassischen Musik, Joseph Haydn (1732-1809). Der Raum ist reich dekoriert, links ist ein Regal mit zahlreichen Büchern zu sehen, rechts auf einem Tisch steht eine Büste des Kaisers und mittig hinter dem Totenbett ist ein Kreuz aufgestellt, das dem sterbenden Metastasio Trost spendet |
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