Fresko des hl. Franziskus
in der Minoritenkirche

Das Franziskus-Fresko

Das Fresko-Fragment stellt den hl. Franziskus, den Gründer des Minoritenordens, dar, der auf das Kreuz blickt und die Leiden Christi betrachtet. Auf seinen Händen sind die Wundmale zu erkennen.

Das Fresko stammt aus den Resten des ehemaligen Lettners der Minoritenkirche im Bereich zwischen Langhaus und Langchor und wurde von heute unbekannter Hand vermutlich Anfang des 16. Jh. gemalt. Man hat es 1966 samt Mauerstück auf dem es gemalt worden ist aus seiner ursprünglichen Situierung entfernt und als Pendant zur Familienmadonna vor dem zweiten Pfeiler des nördlichen Seitenschiffs der Kirche aufgestellt.
Andere Fragmente
(Bild/Bild) von Fresken wurden hingegen von ihrer Wand abgelöst und befinden sich im
 Raum zwischen Sakristei und dem südlichem Seitenschiff.

Das Antlitz des hier dargestellten hl. Franziskus, das im Gegensatz zum restlichen Teil des Bildes vom Zahn der Zeit respektvoll verschont worden ist, zählt zu den Feinsten und Ausdrucksstärksten Darstellungen dieses Heiligen. Franziskus ist mit Tonsur (kreisrund kahl geschorene Stelle auf dem Kopf von Geistlichen, speziell Mönchen) versehen und im typischen Habit der Minoriten gekleidet und blickt mit halbverschlossenen Augen auf das Kreuz, das er mit seiner linken Hand hält; er ist in andächtiger Meditation der Leiden unseres Herrn vertieft, wobei aus seinem rechten Auge sich eine Träne herauslöst. Dies verweist auch auf die ursprüngliche Widmung der Minoritenkirche auf das Hl. Kreuz. Franziskus erhebt seine rechte Hand als wolle er den Herren grüßen oder uns segnen, hier erkennen wir die Malzeichen der Stigmata, die sich an beiden Händen befinden und die der Heilige am Berg La Verna als Zeichen seiner mystischen Verbundenheit mit Jesu Leiden empfing. - Diese berühmte Schlüsselszene seines Lebens ist am Tympanon des südl. Seitenportals der Westfassade (Artikel) der Minoritenkirche als Relief dargestellt (Bild).